Fanfarenzug Villingen


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Chronik

Wir über uns


Chronik des Fanfarenzuges der Glonki-Gilde Villingen e.V.

Wer glaubt, ein echter Glonki sei nur an der Fasnet aktiv, der hat sich schwer getäuscht! Denn das ganze Jahr über wird bei uns im Fanfarenzug geprobt, musiziert, gearbeitet und natürlich auch gefeiert. Und das schon seit über 50 Jahren.

Denn im Jahr 1951 war es, als eine kleine Gruppe von Fanfarenbläsern, die bisher bei der Glonki-Trommlergarde mitmarschierten, sich aus diesem Verband löste und als selbständige Gruppierung der Glonki-Gilde an der Fasnet mitwirkte.

Das erste Probelokal fanden die sieben aktiven Musiker im ehemaligen städtischen Volksbad in der Schulgasse. Mit Landsknechtstrommeln und S-Fanfaren begann unter der Leitung von Wilhelm Schleicher die erste musikalische Ausbildung. Bereits ein Jahr später war die Gruppe auf sieben Mann angewachsen und es ging nach dem Eröffnungsspiel beim Glonki-Obed zum ersten Mal auf die Straße.

Der Aktionsradius des Zuges weitete sich schnell aus und im Jahr 1954 konnte bereits an der Fasnettsuche und am Wecken teilgenommen werden.
Aus dem Jahr 1957 ist der erste außerstädtische Auftritt nachweisbar: Am Fasnetmentig ging es zusammen mit der Trommlergarde zum Umzug nach Bräunlingen.

Da die Gilde Auftritte außerhalb der Fasnacht nicht billigen wollte, trat im Jahr 1959, im sogenannten "Revolutionsjahr", der gesamte Fanfarenzug einfach aus der Glonki-Gilde aus. In schwarzen Hosen, weißen Hemden und speziell angefertigten Krawatten wurde demonstrativ ein Auftritt in Pfohren absolviert. Kurze Zeit später war die Sache wieder bereinigt und dem Expansionsdrang der Fanfarenzügler keine Grenzen mehr gesetzt.

Im Jahr 1960 konnte der Zug die erste Standarte sein eigen nennen. Der Gedanke, ein eigenes Aushängeschild zu besitzen, kam bei der vergangenen Fasnet auf, als der Fanfarenzug an einem Umzug teilnahm und die Zuschauermenge zu einem großen Rätselraten gezwungen wurde, wo wohl dieser Zug herkäme.

Das erste Sommerfest

Als erster Fasnachtsverein veranstaltete der Fanfarenzug im Sommer 1968 unter Leitung von Gerhard Schmid ein Sommerfest. Zwei Tage wurde am Walkebuck gefeiert, die Kasse stimmte und von dem Erlös konnten drei neue Landsknechtskostüme gefertigt werden.

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts hielt die Aufwärtsentwicklung des Fanfarenzuges weiter an und die Gruppe war akustisch und optisch zu einem Glanzstück der Gilde geworden.
Im Rahmen des 20jährigen Bestehens wurde in Villingen das 15. baden-württembergische Landesverbandstreffen ausgerichtet. Höhepunkt der Veranstaltung bildete ein großer Umzug.

In all den Jahren begleitete ein reichhaltiges Programm den Verein. Man spielte bei Fanfarenzugtreffen, nahm an Landesverbandstreffen teil und war auch bei Lokalen Veranstaltungen, vor allem an der Fasnet, stets präsent.

Als bisher größten Auslandsaufenthalt nahm der FZ im Jahr 1977 bei einem Musikfestival in Langon/Frankreich teil. Auch bei der heimischen Fasnet war jetzt noch mehr Aktivität gefordert, denn die Glonki-Gilde führte einen zweiten Glonki-Obed ein.

Ein Jahr später zählte der Zug über 50 Mitglieder. In diesem Jahr wurde zum ersten Male der 11.11. um 11:11 Uhr auf dem Marktplatz unter Mitwirkung des Fanfarenzuges gefeiert.
1980 fand zum ersten Mal der Glonki-Kinderball statt, bei dem der frisch gegründete Jungfanfarenzug mitwirkte. Noch im selben Jahr konnte dank tatkräftiger Mithilfe vieler Vereinsmitglieder die Glonkihalle eingeweiht werden.

Zum 30jährigen Bestehen wurde dann im Jahr 1981 erneut das Landesverbandstreffen in Villingen mit großem Erfolg durchgeführt.

1984 sank der Mitgliederstand durch das Ausscheiden vieler älterer Mitglieder auf 34 Personen ab und durch das veränderte Freizeitverhalten nahm der Mitgliederstand in den folgenden Jahren noch weiter ab. Das hinderte den Fanfarenzug trotzdem nicht, bei vielen Auftritten sein Können zu zeigen.

Eine neue Ära beginnt

Den Juni des Jahres 1989 könnte man als Beginn einer neuen Ära bezeichnen: Beim doppelstädtischen Fanfarenzugtreffen in Schwenningen erklangen zum ersten Mal die Trommeln und Fanfaren des FZ Schwenningen, der TG Schwenningen, des Fanfarenzuges Neckarursprung und der Villinger Glonki-Fanfarenbläser zum gemeinsamen Spiel.
Dieses gemeinsame Spiel wiederholte sich in den folgenden Jahren noch mehrmals und auch heute noch erklingen die doppelstädtischen Fanfaren hin und wieder gemeinsam.

Den Höhepunkt des Jahres bildete aber die Fahrt in die südfranzösische Partnerstadt La Valette zum 200. Jahrestag der französischen Revolution, die für alle ein unvergessliches Erlebnis wurde. Und aufgrund der Vereinsfarben wurde der FZ meist für eine französische Gruppe gehalten.
Im Jahr darauf weilte der Fanfarenzug erneut in La Valette. Da man aus dem Aufenthalt des letzten Jahres gelernt hatte, entwarf Waltraud Boma extra eine ärmellose Freizeitweste in blau-weiß, in der es sich besser schwitzen ließ.

Das 40jährige Bestehen wurde 1991 als eintägiges Fest begangen, das mit der Weihe der neuen Standarte - die übrigens noch heute den Fanfarenzug ankündigt - im Münster begann.

Im Januar des Jahres 1992 begab man sich zum ersten Mal auf die Dold-Hütte auf dem Schlempen bei Oberkirnach, um sich in geselliger Runde musikalisch auf die bevorstehende Fasnet vorzubereiten.
Bei der Fasnetsuche im gleichen Jahr geschah dann etwas, was von vielen lange Zeit nicht für möglich gehalten wurde: Der Fanfaren- und der Spielmannszug spielten zum ersten Mal gemeinsam.

In den folgenden Jahren blieb die Mitgliederzahl trotz stetigem Auf und Ab relativ konstant. Der Fanfarenzug spielte bei lokalen Veranstaltungen auf, vertrat die Stadt aber auch in weiter entlegenen Orten und engagierte sich ebenfalls bei nicht-musikalischen Terminen wie dem Verkauf des Narrenspiegels.
Auch in die Partnerstadt La Valette reiste der FZ noch weitere sechs Male und der Hüttenaufenthalt im Januar wurde obligatorisch.

1997 konnten dank finanzieller Rücklagen etliche neue Fanfaren und Trommeln angeschafft werden und es wurde eine Firma gefunden, die neue Lederwämse nähen konnte. Ein Jahr später konnten auch neue Sweatshirts angeschafft werden, die bei kleineren Auftritten getragen werden.

Nach dem Dreier-Ball im Theater am Ring stand im Jahr 1999 ein weiterer Höhepunkt an: der Umzug zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Villingen. Beim Fest des Webekreises war man außerdem mit einem Würstchenstand präsent, um die Vereinskasse aufzubessern.
Zwei Parforcehörner wurden in den Instrumentenpark integriert.

Das 50jährige Jubiläum

Das Jahr 2000 brachte vor allem die Vorbereitungen für das Landesverbandstreffen, das im Rahmen des 50. Jubiläums des Fanfarenzuges von der Glonki-GIlde ausgerichtet wurde. Dank der Mithilfe aller Glonki-Züge, ehemaliger Fzler sowie den Rats- und Ehrenratsherren konnte ein viertägiges Programm mit großem Jubiläumsumzug auf die Beine gestellt werden.

Auch in den folgenden Jahren war der FZ stets bei lokalen Terminen sowie bei Fanfarenzugtreffen präsent. Außerdem finden jedes Jahr die schon traditionellen Termine wie Hüttenwochenende, Weihnachtsfeier, Grillfest oder Sommerfest statt.

Einige der Höhepunkte der letzten drei Jahre waren mit Sicherheit die Fahrten mit dem FZ der Schwenninger Narrenzunft nach Frankreich sowie die Teilnahme an der Parade zu Ehren des Papstes Benedikt XVI in Rom.

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten stand natürlich - und wird auch in Zukunft stehen - die Villinger Fasnet, traditionell im Glonki-Hemd.


Das Landsknechtshäs
Auf Initiative des Aktiven Friedemann Albrecht schuf sich der Fanfarenzug ab dem Jahre 1966 sein eigenes, den Landknechtstrachten des 16. Jahrhunderts nachempfundenes Kostüm.
Im Stadtarchiv fanden die Verantwortlichen die Abbildung des Villinger Bannerträgers von 1545, dessen Uniform als Vorlage für das Landknechtshäs diente. Beim Glonki-Obed
1967 standen die ersten Gardisten im neuen Häs auf der Bühne und bereits ein Jahr später trat der komplette Zug in der weiß-blau-roten Soldatentracht auf. Dieses besonders aufwändig gestaltete Häs in den Villinger Stadtfarben ist bis heute das Erkennungszeichen des Fanfarenzuges weit über die Stadtgrenzen hinaus.


Der Jung-Fanfarenzug

Im Herbst 1977 wurde mit der Aufstellung des Jungfanfarenzuges begonnen. Beim ersten Glonki-Kinderball im Münsterzentrum, der unter dem Motto stand "von Kindern, für Kinder" wirkte der Jung-FZ mit.
Nach einer gewissen Zeit wurde es geeigneten Jung-FZlern ermöglicht, an Auftritten des Zuges teilzunehmen. Mit dieser Maßnahme zog man die Konsequenzen aus dem fehlenden Nachwuchs und den dauernden Abwanderungen aus dieser Gruppe.
Wegen mangelndem Interesse löste sich die Nachwuchsabteilung des Fanfarenzuges wieder auf, wurde aber im Jahr 1993 erfolgreich neu gegründet.
Bis heute konnten schon zahlreiche Nachwuchsmusiker in die Reihen des "großen" Fanfarenzuges übernommen werden.


Die Gründungsmitglieder des Fanfarenzuges

Rudi Scheithauer, Kurt Zmeskal, Horst Merz, Erhard Kern, Heinz Schumpp, Horst Kiesel und Wolfgang Hofsäss.

Entnommen aus dem Jubiläumsheft
"50 Jahre Fanfarenzug der Glonki-Gilde Villingen e. V."
aus dem Jahr 2001
Patricia Reichenberger



"Aktualisiert am 26 Dez 2016"

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